Forschung

Die Methodik hinter jeder Evaluierung, im Detail — sie beruht auf unserer eigenen veröffentlichten Forschung.

Methodik

Eine Evaluierung zeigt, welche Angriffe bei Ihrem Agenten Erfolg haben, wie er sich dann verhält und wie zuverlässig sie funktionieren. All das beruht auf einem Prinzip: Ein probabilistisches System lässt sich nicht verifizieren, indem man es fragt, was es getan hat. Deshalb wird jeder Befund an einer deterministic ground truth gemessen — an dem, was tatsächlich geschehen ist, und dem, was hätte geschehen sollen, unabhängig vom Agenten ermittelt.

  1. Zwei Arten, wie ein Agent bei einem Angriff versagen kann

    Bei deceived folgt der Agent manipulierten Inputs und berichtet wahrheitsgemäß, was er getan hat: Sein account — sein Bericht über das eigene Tun — stimmt mit seinem Handeln überein, doch das Handeln verletzt die obligation, also das, was er hätte tun sollen. Bei deceiving weicht der account von dem ab, was der Agent getan hat. Unterschieden werden die beiden am Output, nicht am Input — ein einziger manipulierter Datensatz kann beides auslösen. In beiden Fällen liegt die Ursache beim Angriff, nicht in einer Absicht des Agenten.

    Drei Felder, von oben nach unten: obligation — was hätte geschehen sollen; behaviour — was der Agent getan hat; account — was der Agent sagt, dass er getan hat. Rechts verbindet eine Klammer obligation und behaviour: obligation-detection, die die obligation unabhängig vom Agenten ableitet und beide Klassen erfasst. Eine zweite, gestrichelte Klammer verbindet behaviour und account: claim-verification, die den account mit dem Ausführungsprotokoll abgleicht und nur deceiving erfasst. Unter den Feldern die beiden Klassen: deceived, wo der account dem behaviour entspricht und das behaviour von der obligation abweicht; deceiving, wo der account vom behaviour abweicht.Obligationwhat shouldhave happenedBehaviourwhat theagent didAccountwhat the agentsays it didobligation-detectionderives the obligationindependently of the agent— catches both classesclaim-verificationchecks the account againstthe execution record— catches deceiving onlydeceivedaccount = behaviour ≠ obligationdeceivingaccount ≠ behaviour
  2. Zwei Kontrollen, eine für jede Klasse

    Obligation-detection vergleicht, was der Agent getan hat, mit der obligation und erfasst beide Klassen, wo immer der Angriff das Handeln des Agenten verändert hat. Claim-verification vergleicht den account des Agenten mit dem Protokoll dessen, was er getan hat; sie erfasst deceiving, nicht aber deceived, denn bei deceived ist der account wahr. Die beiden beantworten verschiedene Fragen: Hat der Agent getan, was er sollte? Und stimmt sein Bericht darüber? Die erste zählt immer; die zweite, sobald sich andere auf diesen Bericht verlassen — ein Prüfprotokoll, ein Compliance-Nachweis, ein nachgelagertes System. Ob bei einem Agenten der Fall deceiving überhaupt eintreten kann, hängt von seiner Architektur ab: Nur wenn sie decoupled ist (der Agent also über einen eigenen Kanal berichtet, getrennt von dem, über den er handelt), kann er das eine sagen und das andere tun. Deshalb untersuchen wir zuerst die Architektur und führen dann beide Kontrollen durch.

  3. Die Referenz, an der alles gemessen wird

    Die deterministic ground truth hat zwei Teile, beide unabhängig vom Agenten ermittelt. Das observed behaviour — das tatsächlich beobachtete Handeln — wird dort erfasst, wo der Agent keinen Zugriff hat: an den Systemen, auf die er einwirkt, nicht aus seinen eigenen Logs. Die obligation stammt aus einer Quelle, die weder der Angriff noch der Agent verändern kann: einer Spezifikation, festgelegten Betriebsgrenzen, einer Richtlinientabelle. Jeder Befund nennt, auf welche Quelle er sich stützt und ob sie konstruktionsbedingt außer Reichweite des Angriffs lag oder nur, weil der Angriff sie zufällig nicht berührt hat.

  4. Beobachtung, die der Agent nicht bemerken kann

    Wir beobachten an drei Stellen unterhalb der Ebene, auf welcher der Agent arbeitet: an seinen Prozessen, an der Netzwerkgrenze, die seine Aufrufe überqueren, und an den Systemen, auf die er einwirkt. Der Agent kann keine davon lesen oder verändern — nicht, weil es ihm verboten wäre, sondern weil er keinen Zugriff darauf hat. So kann er die Referenz, an der er gemessen wird, nicht einsehen und nicht erkennen, dass er evaluiert wird — und sich folglich auch nicht anders verhalten als im Betrieb.

  5. Messung

    Ein Agent kann auf denselben Input jedes Mal anders reagieren; ein einzelner Durchlauf beweist daher wenig. Jedes Bedrohungsszenario läuft zuerst viele Male ohne den Angriff, als saubere Baseline, dann ebenso oft mit ihm; ein Befund zählt nur, wenn er mit dem Angriff auftritt und in der Baseline nicht. Daran sehen Sie, ob ein Angriff gelegentlich oder jedes Mal gelingt — und, gewichtet nach der Schwere seiner Folgen, was zuerst behoben werden sollte.

  6. Wo die Methodik greift

    Drei Dinge müssen zutreffen, und alle drei lassen sich prüfen, bevor die Arbeit beginnt:

    • Wir sehen, was der Agent tatsächlich tut — seine Tool-Aufrufe, Abfragen und Entscheidungen — und nicht nur den Text, den er erzeugt.
    • Angriffe lassen sich dort durchspielen, wo ihre Folgen nicht real sind: bei physischen Prozessen in einer Simulation, bei Datenflüssen in einer Entwicklungs- oder Staging-Umgebung.
    • Es gibt eine Referenz, die der Angriff nicht erreicht — unabhängig vom Agenten und von allem, was der Angreifer manipuliert.

    Das gilt auch, wenn dem Agenten eine Guardrail oder ein anderer Schutz vorgeschaltet ist, denn die Referenz hängt von keinem der beiden ab.

  7. Was ein Ergebnis beschreibt

    Ein Ergebnis beschreibt Ihren Agenten so, wie er tatsächlich läuft — mit seinem Modell, seiner Konfiguration und seinen Tools. Damit ist es ein Beleg über das Produkt, das Sie ausliefern, kein allgemeiner Score für das Modell darunter. Und weil die Bedrohungsszenarien und die Referenz erhalten bleiben, lässt sich die nächste Version gegen denselben Satz evaluieren und beide Ergebnisse vergleichen.

Die vollständige Begründung samt den Demonstrationen ist in unserem Paper Adversarial Assessment of Agentic Systems (2026) veröffentlicht.

Veröffentlichungen

Adversarial Assessment of Agentic Systems: A Deterministic-Ground-Truth Methodology, Demonstrated Across an Industrial Control Stack

Preprint ·

Abstract

Agentic AI now sits inside the decision and perception loops of safety-relevant industrial processes, yet no methodology assesses these deployments adversarially and independently of their own account, and none asks the question an industrial operator and the manufacturer who must declare conformity face: whether a deployed agentic system in a control loop, facing an adversary with data-plane or physical-world access, still conforms to the requirements it is trusted to uphold, and whether that can be verified independently of it. We present an independent adversarial-assessment methodology whose components turn on properties of the agent and its referent, demonstrated across an industrial control stack: a full-stack simulation of a beverage line spanning the Purdue hierarchy. Its premise is that a probabilistic system cannot be verified by asking it what it did, so the assessment introduces deterministic checks against state the agent did not produce. From that premise follow a taxonomy separated at the output, distinguishing an agent induced under attack to misreport what it did from one that reports accurately what it did on corrupted inputs; the detection asymmetry that follows from it; a referent that must be independent of the surface an attack perturbs and not merely outside the agent; three conditions bounding where the method applies, checkable in advance; and an account of which EU obligations reach such a deployment, what they require of its behaviour, and what does not discharge them. The demonstrations show that realistically deployable agents can be deceived and induced to deceive, and that the methodology detects both.

Einträge

Beide sind als verknüpfte Einträge auf Zenodo veröffentlicht.

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